Weihnachten ist oft ein Fest, das gerne im Familienrahmen gefeiert wird. Für viele Au Pairs ist das dann auch die Zeit, in der Heimweh aufkommt. Dass man während seines Auslandsaufenthalts weg von zuhause ist, ist allen klar und das bezieht oft dann auch die Feiertage mit ein. Dies sollte man allerdings als Chance wahrnehmen eine neue Kultur besser kennenzulernen! Egal, ob man jetzt als Au Pair, Work & Travelmaker oder als Freiwilliger ein neues Land entdeckt: neue Erlebnisse und Erfahrungen in Bezug auf die Feierlichkeiten macht man auf jeden Fall.

Mein Tipp: Offen bleiben! Unterschiede nicht direkt als negativ abstempeln, sondern als Bereicherung ansehen – man muss ja nicht immer alles zu 100% gut finden, aber es ist ein Teil der Erfahrungen, die man im Ausland macht. Zugleich sind die Feiertage auch immer ein guter Zeitpunkt seine eigenen Traditionen mit der Gastfamilie oder internationalen Freunden zu teilen! Denn alll das gehört zum kulturellen Austausch dazu!

Ich selbst war ein Jahr als Au Pair in den USA und war total gespannt auf die Feiertage.
Nachdem im November Thanksgiving gefeiert wurde (was natürlich schon ein Erlebnis war) begann auch schon die Weihnachtsstimmung! Meine Gastfamilie geht traditionell immer an dem Freitag nach Thanksgiving den Weihnachtsbaum kaufen und somit verbrachten wir den Tag damit Weihnachtslieder zu singen, den Baum zu schmücken und auch Weihnachstfilme zu gucken! Überall war plötzlich alles geschmückt, alle liefen in typischen „Ugly Christmas Sweatern“ rum und jeder zählte die Tage runter bis Weihnachten. Man merkte sofort: Santa Claus is coming to town!

Santa Claus und die amerikanische Konsumkultur war dann doch ein kleiner Kulturschock für mich. Während bei mir in der Familie eher das Beisammen sein und kleine Gesten zählen, glaubten meine Gastkinder an Santa Claus und seine Elfen, die sie mit Geschenken überhäufen. Ich habe wirklich noch nie so viele Geschenke in einem Raum gesehen.

In den USA findet die Bescherung ja auch am 25.12. statt und nicht wie bei uns am 24. Dementsprechend kam bei mir am Heiligabend dann doch etwas Heimweh auf. Ich verbrachte zwar den ganzen Tag mit meiner Gastfamilie, wir haben gemeinsam Kekse gebacken und sind abends Essen gegangen. Aber natürlich fehlt einem an so einem Abend die eigene Familie.
Der Weihnachtsmorgen begann relativ früh mit aufgedrehten Kindern, die es nicht abwarten konnten ihre Geschenke auszupacken. Nach einem Familienfrühstück wurde dann auch nur noch mit den neuen Spielsachen gespielt. Dadurch, dass die Familie meiner Gasteltern nicht in der Nähe wohnten, wurden die Feiertage nur im kleinen Kreis gefeiert. Anders als bei meiner Familie zuhause, wo immer alle Tanten, Onkel und Großeltern Weihnachten miteinander verbringen. Aber zum Glück gibt es ja Skype! Denn natürlich vermisst man seine eigene Familie an solchen Tagen, aber man ist ja noch genug Weihnachtsfeste zuhause! ;-)

Da meine Gastfamilie aber im Osten der USA wohnt, ging für mich ein keiner Traum in Erfüllung als es am Weihnachtsmorgen anfing zu schneien – weiße Weihnacht ist ja leider nicht ganz so die Norm in Deutschland. (Wie lange der Winter noch sein würde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen...)

Weihnachten im Kreise seiner Gastfamilie zu feiern ist als Au Pair wohl die schönste (und vielleicht auch schwierigste) Zeit – an solchen Tagen merkt man dann erst recht, dass man als Teil der Familie aufgenommen wurde! In diesem Sinne wünsche ich euch ein besinnliche Weihnachtszeit im Ausland mit ganz vielen neuen Erfahrungen!

 

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