Freiwilligenarbeit Peru

Freiwilligenarbeit in Peru - Erfahrungsbericht von LarissaNach meinem Abitur wollte ich eines ganz sicher nicht: Weiterlernen! So entschied ich mich dafür, für einige Zeit ins Ausland zu fahren. Ich hatte vor ca. 4 Jahren ein Buch über Peru gelesen, war davon sehr fasziniert und wollte dort unbedingt hinfahren. Das Problem an der ganzen Sache war allerdings, dass ich kaum Spanisch sprechen konnte. So entschied ich mich das Ganze auf jeden Fall mit einer Organisation und einem Sprachkurs zu verbinden.

Freiwilligenarbeit in Peru - Erfahrungsbericht von LarissaAm 06. August bin ich schließlich in Cusco angekommen. Am Flughafen hat mich dann ein Taxifahrer abgeholt und zu meiner Gastfamilie gefahren. Diese wusste allerdings nicht, dass ich komme und so verlief meine Ankunft etwas chaotisch. Letzen Endes jedoch hat mich die ganze Familie sehr herzlich aufgenommen und ich habe mich trotz meiner spärlichen Spanischkenntnisse sehr gut mit ihr verstanden. Ab Montag begann dann mein Sprachkurs. In den folgenden 4 Wochen habe ich wirklich enorm viel gelernt.

Anfang September bin ich dann (wie geplant) in die Residenz umgezogen und habe meine Freiwilligenarbeit in einem Kindergarten angefangen. Dies hat mir von Anfang an viel Spaß gemacht, da ich auch sehr viele Freiheiten hatte und Aktivitäten wie Basteln, Singen oder Spielen für die Kinder selber organisieren durfte. Zudem habe ich während der Arbeit auch vor allem meine Sprachkenntnisse sehr verbessert.

Freiwilligenarbeit in Peru - Erfahrungsbericht von LarissaDas Leben in der Residenz hat mir sehr gefallen. Ich habe zwar nicht mehr so viel Spanisch gesprochen wie in der Gastfamilie, aber ich habe mich heimischer gefühlt. In der Gastfamilie bin ich zunächst eher „bedient“ worden. In der eigenen Wohnung jedoch musste ich unter anderem Wäsche waschen und kochen und bin dadurch sehr selbstständig geworden. Allerdings bin ich sehr froh, am Anfang meines Aufenthalts in einer Familie gelebt zu haben, da diese mir vor allem bei den normalen Startschwierigkeiten sehr helfen konnte.

Freiwilligenarbeit in Peru - Erfahrungsbericht von LarissaDas Highlight meines Auslandaufenthaltes war, dass ich sehr viel Freizeit und Zeit zum Reisen hatte. Die Nachmittage hatte ich immer frei, sodass ich dort Zeit hatte Freunde zu treffen, die Stadt zu erkunden, ins Kino zu gehen oder ähnliches. Ich konnte mir auch mal einige Tage in meinem Projekt frei nehmen, an denen ich dann zB zum Machu Picchu, in den Dschungel, zum Titicacasee oder zum Choquerquirao-Treck fahren konnte. Ich durfte mir zwischendurch sogar einmal 2 Wochen Urlaub nehmen, um nach Bolivien und Chile zu reisen.

Freiwilligenarbeit in Peru - Erfahrungsbericht von LarissaJe länger ich in Cusco war, desto mehr habe ich mich dort zuhause gefühlt. Das kam auch daher, dass ich immer besser mit dem Alleinleben zurechtkam, meine Spanischkenntnisse sich verbessert haben, ich auch mehr Freundschaften mit Peruanern geknüpft habe und so noch wesentlich mehr von der Kultur aber auch den Schwierigkeiten dort mitbekommen habe. So habe ich beispielsweise sehr zu schätzen gelernt, in Europa aufgewachsen und zur Schule gegangen zu sein. Jedenfalls rückte das Ende meiner Zeit in Peru immer näher. Ich habe von allen Abschied genommen, allen voran von den Kindern aus meinem Projekt, die mir in der Zwischenzeit sehr ans Herz gewachsen waren. Letzten Endes habe ich pünktlich zu Weihnachten meine neue Heimat verlassen, um in meine alte zurückzukehren!

Ich kann jedem empfehlen, nach dem Abitur erstmal eine Pause zu machen und zu verreisen. Ob jetzt Peru, Australien, Frankreich oder Indien ist, glaube ich, relativ egal. Das Schöne an so einem Auslandsaufenthalt ist, dass man viele Erfahrungen macht und Dinge lernt, die man an keiner Uni oder Schule lernen. Diese Erfahrungen kann einem keiner mehr nehmen.

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