Freiwilligenarbeit Costa Rica

freiwilligenarbeit in costa rica MichaelaLa Pura Vida in Costa Rica!

Nach bereits zwei Auslandsaufenthalten in England und Norwegen, ist für mich klar gewesen, dass ein “normaler” Urlaub nicht in Frage kommt. Gerne wollte ich noch einmal erleben, in einem anderen Land zu wohnen und nicht nur als Tourist dort unterwegs zu sein. Auch wenn mein Aufenthalt mit 3 Wochen nur sehr sehr kurz war, konnte ich schon einiges von Kultur und Sprache kennenlernen.

In Jacó habe ich dann bei einer Gastfamilie gewohnt, die sehr lieb war, war aber trotzdem die meiste Zeit mit Freunden, anderen deutschen Freiwilligen, die ich in der Sprachschule kennengelernt habe, unterwegs. Vor Ort in Jacógibt es viele Unterhaltungsmöglichkeiten, so dass es einem definitiv nicht langweilig wird. Mein absolutes Highlight – meine erste Surfstunde!

Schneller wie gedacht verging meine Zeit in Jacó an der Sprachschule und es ging weiter ins Projekt in ein Animal Rescue Centre. Mitten im Dschungel habe ich dort Costa Rica von der Seite gesehen, wofür das Land berühmt ist – die wunderschöne Flora und Fauna. Zwischen Tieren und einigen Freiwilligen aus den unterschiedlichsten Ländern, ist es dann kaum aufgefallen, dass man abgeschieden von jeglicher Zivilisation lebt. Das hört sich vielleicht schlimm an, aber das ist es ganz und gar nicht. Man hat immer wieder die Möglichkeit, aus dem Projekt rauszukommen, um sich Parks oder Städte anzuschauen.

Was sich sonst vielleicht keiner weiter traut zusammenzufassen, tue ich jetzt dann doch. Denn das interessiert euch Leser dann vielleicht doch am meisten. Alles hat auch immer mal Schattenseiten. Klar – es läuft nicht immer alles nach Plan. Persönlich war ich erstmal geschockt, wie ich in der Gastfamilie ankam. Keiner kann englisch reden und ich bin mit meinem „Hola“ auf Spanisch auch nicht sehr weit gekommen. Das hat sich aber in nur einer Woche sehr gebessert – ich mag es selbst kaum noch glauben, aber mit Händen und Füßen hat man sich doch ganz gut unterhalten können. Der nächste Schock: In der Sprachschule angekommen, dachte ich eine Klasse voller internationaler Schüler wartet auf mich. Nein, ganz im Gegenteil waren wir insgesamt in Jacó lediglich 4 Deutsche an der Sprachschule. Das war auch weniger schlimm, da ich mich mit allen super verstanden habe. Was weiter etwas komisch war, dennoch nicht schlimm – und ich habe keine schlechten Erfahrungen gemacht – ist die Sicherheit in dem Land. Persönlich habe ich mich sehr wohl gefühlt und mir ist nie irgendetwas passiert, aber von anderen Erzählungen, weiß ich, dass man trotz allem aufpassen sollte. Das hat mich vor allem in der ersten Woche sehr verunsichert. Gerade wenn die Dunkelheit einbricht und allein als Mädchen (z.B. auf dem Heimweg nach dem Feiern). Ab der zweiten Woche ist diese Unsicherheit dann wie verflogen… Ich war zwar nicht unvorsichtig, habe mich aber auch nicht mehr davon verunsichern lassen. Als letzten Punkt möchte ich noch die Kultur an sich anbringen. „Pura Vida“ ist das, was die Kultur in nur zwei Wörtern zusammenfasst. Gelassenheit würde es dann dem Deutschen entsprechen. Doch leider war ich für manche Angelegenheiten dann vielleicht doch etwas zu deutsch. Wenn es um organisatorische Dinge geht, bin ich dann doch über deutsche Ordnung und Struktur sehr froh. Die fehlt aber in Costa Rica, denn mit Tico-Time ist man grundsätzlich zu spät, kann keine genauen Auskünfte geben (z.B. beim Busfahren) usw. Was die Deutschen hier zu sehr sind, sind die costaricanischen Ticos zu wenig. Letzten Endes habe ich dann aber doch die richtigen Buszeiten irgendwie herausgefunden und alles war halb so schlimm. Ich könnte mir tatsächlich auch eine Scheibe davon abschneiden und versuchen ein gesundes Maß zwischen den Kulturen zu finden :)

Alles in Allem war ich super zufrieden und froh, mich ich nochmal alleine auf eigene Faust ins Ausland zu wagen und bin wieder um einige Erfahrungen reicher.

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