Au Pair Island

Kathrein au pair Island erfahrungsberichtSchon immer war ich fasziniert von dem Land im Norden, das schwarze Strände, Dunkelheit und Einsamkeit verspricht. Doch auf einem 10- Tages- Trip habe ich auch eine ganz andere Seite Islands kennengelernt. Die sich ständig verändernde Landschaft, die kommunikativen Einheimischen und die Mystik über Elfen, Trolle und die 13 Weihnachtsmänner.

Spätestens da stand für mich fest, dass ich für längere Zeit nach Island wollte. Aber wie? Work & Travel, ein Praktikum oder irgendwann ein Auslandssemester?

Da ich schon immer begeistert von der Arbeit mit Kindern war, fiel es mir nicht schwer, mich für die Möglichkeit des Au-Pairs zu entscheiden. Island – ein Land zu dem nicht alle Agenturen eine Verbindung haben. Aus diesem Grund und auch weil mich die Agentur sonst überzeugte, wählte ich Multikultur.

Diese Entscheidung habe ich nicht bereut, denn durch die Möglichkeit an einem Au- Pair- Workshop teil zu nehmen, wurde ich mit meiner Wahl nur noch bestärkt. Mit Tipps für das Skype- Gespräch mit der potentiellen Gastfamilie, Rezepten gegen Heimweh und dem Wissen, dass ich mich bei Problemen immer an jemanden wenden kann, fühlte ich mich gut vorbereitet.

Die erste Hürde kam auf mich zu, als ich die Unterlagen einer Familie zugesendet bekommen habe und wir einen Termin zum Skypen verabredeten. 20 Minuten zu früh, andauernd die Kameraeinstellung überprüfend, wartetet ich auf den Anruf. Es war viel einfacher als gedacht. Sofort wurde ich winkend von einem strahlend lächelnden 6- jährigen, einer schüchternen 12- jährigen, einem kurz in die Kamera winkenden Vater und gesprächigen Mutter begrüßt. Wir waren sofort auf einer Wellenlänge und es stand sehr schnell fest: Das ist meine zukünftige Gastfamlie!

Noch sehr viele Dinge waren vorzubereiten, aber Dank der Checklisten, die ich von Multikultur bekommen hatte, war es relativ einfach den Überblick zu behalten.

Mit sehr mageren Isländischkenntnissen stieg ich endlich ins Flugzeug!

Die nächsten 6 Monate verflogen wie im Flug:

Ankunft am Flughafen Keflavík umrahmt von einem Regenbogen; kurzes Begrüßen der zwei Kinder, die leider schnell ins Bett mussten; erstes Abendessen mit dem Gastvater mit Tacoschalen, aus den alles herausfiel und es ziemlich unmöglich machte gut dabei auszusehen;

die erste Arbeitswoche voller neuer Erfahrungen, Informationen und einer neuen Sprache; das Gefühl, dass manchmal über einen geredet wird, aber im Endeffekt nur der Schultag besprochen wurde;

der erste kleinere Unfall mit Sturz, Blut und Tränen; das Vertrauen der Gasteltern gespürt, die nie Sorgen um Ihre Kinder hatten, wenn ich mit Ihnen alleine war;

der erste richtige Heimwehmoment an Weihnachten, an dem auch das Zusammenleben der Gastfamilie kurz nicht darüber hinweghelfen konnte;

die Krankheitsperiode im Winter, an der sich die Familie wundervoll um mich gekümmert hat;

das Spielen im Schnee; Verstecken im Haus; Kürbisse ausschnitzen;

das erste aufwendige Kochen, von dem die Kinder nichts mochten obwohl ich mich doch an den Rat der Gastmutter gehalten habe und Spaghetti gekocht habe; der Erfolg, wenn die Kinder mehr Gemüse gegessen haben;

auch mal gereizt sein und richtig genervt von den kleinen Nervensägen;

Geburtstagsfeiern mit Partys und viel selbstgebackenen Schokoladenkuchen;

Fernsehabende, bei denen die Kinder und ich zusammen eingeschlafen sind;

die freudige Begrüßung, wenn ich aus dem Urlaub wiederkam, weil ich vermisst wurde;

das Abschiedsessen mit Abschiedgeschenken und einigen Tränen;

nur einige Stunden später die Begrüßung durch meine Familie und Freunde in Deutschland;

die vielen Fragen und Wünsche Bilder zu sehen; das Gefühl, dass ich hoffentlich nicht verlerne isländisch zu reden.

Und dann beim „ersten“ Skypegespräch mit der Gastfamlie alles in der zweiten Heimat beim Alten vorzufinden!

Ich nehme viele tolle Erfahrungen aus den sechs isländischen Monaten mit und weiß, dass ich in dem halben Jahr viele schöne Aktionen erlebt habe, von denen ich noch lange berichten werde!

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